**Welttag der Suizidprävention: Offene Gespräche retten Leben**
In Deutschland sterben jährlich über 10.000 Menschen durch Suizid. Noch deutlich mehr unternehmen einen Suizidversuch. Der "Welttag der Suizidprävention" am heutigen Donnerstag macht auf dieses wichtige gesellschaftliche und gesundheitliche Thema aufmerksam. Unser Sozialpsychiatrische Dienst nimmt den Aktionstag zum Anlass, für einen offenen Umgang mit Suizidalität zu sensibilisieren und über Hilfsangebote zu informieren.
„Der Welttag der Suizidprävention ist ein wichtiger Anlass, um auf das Thema Suizid aufmerksam zu machen, Vorurteile abzubauen und vor allem das Bewusstsein für psychische Gesundheit zu stärken“, erklärt Reinhild Wantia, Fachabteilungsleiterin Psychosoziale Gesundheit des Kreises Borken.
Suizidalität ist ein komplexes und vielschichtiges Thema. Für viele Menschen ist es nach wie vor schwierig, über Suizidgedanken zu sprechen. Scham, Angst und Unsicherheit können dazu führen, dass Betroffene ihre Gedanken für sich behalten. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie andere Menschen aus dem sozialen Umfeld wissen häufig nicht, wie sie auf entsprechende Äußerungen oder Verhaltensänderungen reagieren sollen.
Ein offenes, wertschätzendes Gespräch ist ein wichtiger erster Schritt, um Menschen in einer Krise zu erreichen. „Die Sorge, durch eine direkte Frage Suizidgedanken erst auszulösen, ist wissenschaftlich nicht belegt“, betont Nadine Schneermann, Mitarbeiterin im Sozialpsychiatrischen Dienst Kreis Borken. Im Gegenteil: Die Möglichkeit zu bieten, über suizidale Gedanken zu sprechen, kann für Betroffene entlastend sein und dazu beitragen, den Zugang zu professioneller Unterstützung zu finden.
Im Kreis Borken ist der Sozialpsychiatrische Dienst eine wichtige Anlaufstelle für Menschen in psychischen Krisen sowie deren Angehörige und ihr soziales Umfeld. Die persönliche Beratung und Begleitung sind auf akute Krisensituationen ausgerichtet. Die Mitarbeitenden arbeiten zudem mit weiteren psychiatrischen und psychosozialen Angeboten zusammen.
Die Erfahrung zeigt dabei, dass viele Menschen mit Suizidgedanken oftmals keinen vorsätzlichen Todeswunsch haben, sondern ihre aktuelle Lebenssituation als ausweglos wahrnehmen. Professionelle Unterstützung in dieser Lebensphase kann neue Perspektiven und Ziele schaffen und somit dabei helfen, suizidale Krisen zu überwinden. Das Erkennen von Frühwarnzeichen und Krisensymptomen sowie das Erlernen von Bewältigungsstrategien können dazu beitragen, künftigen suizidalen Krisen entgegenzuwirken.
Am heutigen Welttag der Suizidprävention steht deshalb die Botschaft im Mittelpunkt: Nicht wegschauen, nicht bagatellisieren – sondern zuhören, nachfragen und Hilfe vermitteln.
Wichtiger Hinweis unseres Sozialpsychiatrischen Dienstes:
Denken Sie an Suizid oder machen Sie sich Sorgen um jemanden? Dann sollten Sie nicht allein bleiben und Unterstützung dazu holen. Bei unmittelbarer Gefahr bitte den Notruf 112 wählen. In einer akuten, nicht lebensbedrohlichen Krise kann die 116117 helfen.
Unter den kostenlosen Telefonnummern 0800/1110111 und 0800/1110222 oder unter www.telefonseelsorge.de (online per Chat oder E-Mail) können Sie direkt Beratung und Hilfe bekommen.
Den Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises Borken erreichen Sie unter 02861/681 6023 oder 02861/681 6007.
Viele weitere Informationen zu diesem Thema gibt es in unserer Pressemitteilung: https://presse-service.de/data.aspx/static/?ID=1226096f.html